Storchennest in Grünberg beim Rastplatz Ochsenbude

Verlauf 2022

Ein Name für das Storchenküken

Seit dem 8.6. beobachten wir mit Bangen das Nest. Es ist nur noch ein Küken am Leben und wir hoffen, dass die Storcheneltern die Aufzucht schaffen.
Nach Rücksprache mit dem Storchenbeauftragten der NABU lässt sich das Versterben der 4 anderen Küken nicht erklären. Die Sorge, es könne an der bereits jetzt bestehenden Trockenheit und Futterarmut liegen, hat er nicht bestätigt.
Da viele, die regelmäßig das Nest beobachten, sehr persönlich dabei sind und mithoffen, haben wir um Vorschläge gebeten, damit der Nachwuchs von Onkel Fred und Tante Tina nicht namenslos bleibt. 31 wunderbare Grüße, Nachrichten und Ideen sind bis heute eingegangen und die Auswahl fällt uns schwer. DANKE an alle für die ermutigenden, dankbaren, frohen und manchmal lustigen Zeilen!

Und für tolle Namensvorschläge und die dahinterstehenden Gedanken.
Da gibt es Felix oder Lucky – Der Glückliche; Sieger, Rambo oder August für den Stärksten; Lütte, Tweety, Otje - das Küken ist auch wirklich drollig niedlich.

Man kann bei den Störchen – entgegen vielen anderen Vögeln – anhand des Körperbaus oder der Färbung nicht eindeutig zwischen Männchen und Weibchen unterscheiden. Durch die natürliche Variationsbreite sind weder Körpergröße noch Länge oder Farbe des Schnabels sichere Kriterien. Sicher ist einzig, dass das Männchen bei der Paarung der obere Storch ist.
Das erschwert die Namensgebung.

Wir haben einen Unisex-Namen gesucht und uns letztlich für Freddi entschieden. Es ist das erste Küken von Onkel Fred und Tante Tina. Und der Name bedeutet „friedensreich“ oder „Friedensfürst“. Wie sehr steht uns gerade nach den letzten zwei Jahren Pandemie und der aktuellen Situation in der Ukraine vor Augen, wie nötig wir Frieden brauchen und wie wenig selbstverständlich er ist. In unserem persönlichen Leben und rund um die Erde. Möge das Küken groß werden und seinen Weg um die Welt ziehen als Symbol von Frieden, Freude und Hoffnung.

Chronik

5. Juni bis 8. Juni sterben 4 Küken

25.Mai bis 1.Juni schlüpfen 5 Küken

22.April bis 27.April werden 5 Eier gelegt

14. April auch Onkel Fred erscheint das erste Mal auf dem Horst.  Beide beginnen sofort mit der Paarung und Nestbau.

12. April erster Nacht von Tante Tina auf dem Horst

11. April erster Sichtung von Tante Tina auf dem Horst

Vorbereitung des Storchenjahres 2022

Mit großer Zuversicht sehen wir dem neuen Storchenjahr entgegen. Nach Aussage des Stochenbeauftragten der NABU Herrn Wollmerstädt ist es ein sehr gutes Zeichen, dass die Störche im vergangenen Jahr 2021 so anhaltend gebrütet haben trotz fehlendem Schlupf. Wir dürfen also davon ausgehen, dass Onkel Fred und Tante Tina in diesem Frühjahr einen neuen Versuch starten werden. Ganz Grünberg hat im letzten Jahr mitgefiebert, die Wanderer haben bei Ihrer Rast am Picknickplatz voller Interesse das Treiben auf dem Nest verfolgt – Fred und Tina waren Fotostars. Die Grünbegrer waren stolz auf ihre Störche, die Gäste fanden überraschend ein weiteres Highlight auf Ihrer Wanderung durch´s Seifersdorfer Tal. Und so war der Gedanke naheliegend, eine Webcam zu installieren. Um die Menschen zu verbinden, Gäste einzuladen und den unter Naturschutz stehenden Weißstorch in der Region zu unterstützen. Erneut waren die Ideen und das Engagement Vieler nötig, um am 18.03.22 letztlich unter großer öffentlicher Beteiligung von Bürgermeister Rico Pfeiffer, Sachsen Energie, Storchenbeauftragtem der NABU und Presse die Webcam für den Storchenhorst in Grünberg zu installieren.

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Die Ankunft der Störche 2021 in Grünberg

Storchenkamera Grünberg Storchenpaar 2021 Tante Tina und Onkel FredDie Geschichte begann schon 2010. Im Zuge der Sanierung des ehemaligen Pfarrhauses stach der alte Stahlmast auf der Grundstücksecke ins Auge. Mit Freileitungen bestückt war ein Abbruch natürlich unmöglich. So wurde recht bald die Idee eines Storchennestes geboren.Ein anderes, bereits bestehendes, Nistangebot am Eingang zum Seifersdorfer Tal war nicht angenommen worden von den Vögeln. Laut Einschätzung der NABU schien Grünberg mit seinen Röderwiesen allerdings als Standort gut geeignet.In den Folgejahren entstand der Picknickplatz durch großes Engagement des Ortsvereins – welch schöne Vorstellung, an der Ochsenbude zu sitzen und die Störche beobachten zu können.Im März 2019 wurde mit Unterstützung vieler Menschen und der ENSO die Nisthilfe angebracht, ein Grundgerüst aus Weidenzweigen geflochten und montiert – zunächst erfolglos. Nach nochmaliger Korrektur gemäß den Empfehlungen der Storchenschutzbeauftragten in 2020 ging der Blick im Frühjahr 2021 oft zum Himmel. Im März und Anfang April kehrten die Störche auf allen Nachbarnestern heim. Der Frühjahrsputz lief auf Hochtouren und erste Gelege wurden bebrütet - Stille auf unserem Nest in Grünberg.Schließlich – viel zu spät – landete am 22. April 2021 ein zerfledderter, verdreckter, aber beringter – DEH BF 50 - Geselle auf der Nisthilfe, putzte sich 5 Tage lang und fing an, Nest zu bauen. Onkel Fred war eingezogen. Die Auslesung des Ringes über die Beringungszentrale Hiddensee ergab, dass er 2017 in Adelsdorf bei Großenhain geboren und dann zwei Jahre im Winterquartier geblieben war, 2020 wurde er in Kalkreuth bei Meißen gesichtet, hatte aber offenbar keinen Horst bezogen. Nächste Station und Partnersuche also in Grünberg.Und tatsächlich kam in einem unbeschreiblichen Paarungstanz am 15.5.21 eine Störchin dazu – Tante Tina. Am 26.5. fingen die zwei an zu brüten. Die reguläre Brutzeit der Störche beträgt 32 Tage. Es war aber offenbar bereits zu spät im Jahr – in den Nachbarnestern waren längst Junge geschlüpft. Onkel Fred und Tante Tina saßen bis Anfang August auf ihren zwei Eiern, bevor sie Ende August 2021 wieder auf Reise gingen.Und nun in 2022 beginnt das Warten und Hoffen erneut... 

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