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Mord am Schmerlenteich

 

Quelle: Die Hebamme – Auf Leben und Tod

In den ersten öffentlichen Diskussionen nach dem Erscheinen der Grünberger Chronik wurde wiederholt auf das Fehlen des Auftragsmordes an der Weixdorfer Hebamme am Schmerlenteich hingewiesen. Da ich in einer Mehrgenerationenfamilie aufwuchs, hörte ich durch Gespräche meiner Großeltern mit den Weixdorfer Verwandten schon als Kind davon. Vielleicht war auch das ein Grund dafür, dass besonders bei Dunkelheit dieses Wegstück zwischen Grünberg und Weixdorf oftmals Angst auslöste.

Bis 1946/47 waren ja am Schmerlen- teich links hinter dem Waldstreifen die Fuhrwerkswaage und rechts in den Feldern die Rittergutsscheune die einzigen menschenleeren und unbeleuchteten Gebäude.

Ich versuchte, einige Recherchen anzustellen. Leider waren keinerlei exakte Aufzeichnungen zu finden. Der Grünberger Volksmund erzählte, dass bei der Geburt der Frau Marie Eichler, geb. Opitz, am 6. März 1889 die Weixdorfer Hebamme (ebenfalls Opitz) im Auftrag einer weiteren Hebamme aus Konkurrenzneid durch einen unbekannten Mörder am Schmerlenteich umgebracht wurde. Erst viele Jahre später hatte ein Schuhmacher auf seinem Sterbebett sich zu dieser Tat bekannt.

Der damalige Weixdorfer Schuldirektor Köhler beschreibt in seinem Heft „Was uns die Heimat noch zu erzählen weiß" diese Schreckenstage exakter. Er berichtet, dass die Weixdorfer Hebamme am Montag, dem 25. Februar 1889 nach Grünberg gerufen wurde. Vorher bestellte sie noch - wie damals üblich - die Patenbriefe in der Schule. Infolge hohen Schneetreibens war sie in der Nacht in Grünberg geblieben. Das war damals auch kein Anlass zur Sorge. Erst als sie am 28. Februar noch nicht zurück war, erfuhr man, dass sie schon am 27. Februar um 11 Uhr den Heimweg antrat.

Am 01. März organisierte man eine Streife, bei der Männer in breiter Front das Gelände zwischen Hermsdorfer Allee und Roter Grabenweg In Richtung. Grünberg absuchten -jedoch ohne Erfolg. Die zweite Streife am 2. März auf der Straße nach Grünberg blieb fast ebenfalls erfolglos. Doch einer der Männer hatte am Rande des Wäldchens gegenüber dem Schmerlenteich eine Erhöhung wahrgenommen. Nachdem er mit dem Fuße den Schnee beiseite geschoben hatte, fand er die Leiche der Frau Opitz. Eine Schlinge befand sich noch am Hals, in der der Haarzopf mit eingeschnürt war. Am 4. März wurde sie in der Lausaer Leichenhalle seziert und der Tod durch Erdrosselung - der bereits am 26. Februar eingetreten war - festgestellt.

Am 6. März wurde Frau Opitz unter hoher Anteilnahme auch aus den Nachbarorten beerdigt. Zum Mörder gab es auch hier nur mehrere Verdächtigungen. Die Polizei ermittelte erfolglos.

Hebamme bei der Ausübung ihrer arbeit in dieser Zeit Hebamme bei der Ausübung ihrer arbeit in dieser Zeit

 

Frau Opitz war seit 1865 Hebamme in Lausa. Der Begräbnistag 6. März 1889 aus dem Bericht des Schuldirektors stimmt mit dem Eintrag im Kirchenregister überein: 06.03.1889  Frau Joh. Eleonore verw. Opitz geb. Tronike


 

Einweihungsfeier am Hebammengedenkstein


 

Gedanken zum Mord am Schmerlenteich

Das Geburtenregister von Grünberg läßt hier Fragen im genannten Zeitraum offen:

War der 25. Februar 1889 der Tag von verfrühten Geburtsanzeichen oder hatte der Mörder den Tag selbst gewählt um die herannahenden Wetterunbilden zur Spurenbeseitigung zu nutzen?

Noch in meiner Schulzeit war diese Straße im Winter oft tagelang durch meterhohe Schneewehen gesperrt und mußte von den Männern der Orte per Hand freigeschaufelt werden.

Wäre es nicht sinnvoll, wenn die Heimatfreunde von Grünberg, Hermsdorf und Lausa dieser Frau am Ort des Geschehens eine Gedenktafel anbringen. Hatte sie sich doch zu damaliger Zeit entschlossen unter solch erschwerten Bedingungen den Müttern bei der Geburt des neuen Lebens beizustehn und mußte dabei ihr eigenes Leben so qualvoll opfern.

Jutta Pschorn

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